Am Wasserloch herrschte Ruhe. Es waren wenige Reisende anwesend und auch die Tierwelt glänzte durch Abwesenheit. Lediglich in der Ferne waren einige Kudus auszumachen. Eine Gruppe von Zebras, später auch eine Gruppe Giraffen, blieb in großem Abstand von kühlen Wasser stehen, traute sich nicht näher ans ersehnte Nass. Wilfried vermutete, daß Löwen in der Nähe wären und daß sich die Tiere aus diesem Grund nicht ans Wasser trauten.
Den Anfang machten dann nach einer Weile drei Nashörner. Zwei ausgewachsenen Tiere und ein Baby traben gemächlich ans Wasserloch um den Durst zu löschen. Wenig später gesellt sich noch ein dritter Dickhäuter dazu. Und dann war "dicke Luft". Die beiden Bullen standen sich gegenüber und schnaubten sich zornig an. Wer die oberhand behalten würde war schnell klar, wenn man die Hörner der Beiden Streithähne verglich: das des Einen war doppelt so groß wie das des Anderen. Während sich die Nashörner erfrischten, badete der Neuankömmling bis zu den Ohren im Wasser in sicherer Distanz zu den anderen (das Hinterteil folgte später).
Wir hatten es ehofft und wurden fürs Warten belohnt. Nach einer Weile stellten sich die ersten Elefanten ein. Es waren drei Muttertiere mit vier Kleinen. Würdevoll kamen sie näher, doch wenige Meter vor dem Wasser vergaßen sie offensichtlich, daß sie unter Beobachtung stehen und galoppierten zum Wasser. Mehrere Minuten tranken sie ohne Pause. Nach einer Weile verteilten sie sich rund ums Wasserloch und bildeten dabei kleine Gruppen.
Eine Kuh, die mit den beiden Jungtieren, steht abseits von den Anderen und versucht ihre beiden Sprösslinge zusammenzuhalten. Den einen stubst sie sanft mit dem Rüssel, während der andere mit dem Hinterbein bugsiert wird. Die beiden können wohl noch nicht so viel mit Wasser anfangen, und versuchen sich bei der Mutter zu erfrischen. Dabei boten die beiden Kleinen ein kleines Schauspiel - sie versuchten sich gegenseitig von der Mutter wegzudrängen. Der kleiner von beiden setzte erst seine Schulter ein um seinen Bruder abzudrängen und, als das nicht half, schob er ihn mit seiner Stirn am Hinterteil.
Bis auf das Muttertier mit den beiden Kleinen verlassen alle anderen Elefanten die Wasserstelle. Der Kleine versucht ihnen zu folgen, wird aber von der Mutter mit einem dunklen Grollen zur Ordnung gerufen. Nachdem diese kleine Gruppe sich ebenfalls entfernt, und die Giraffen immer noch keine Anstalten machten, sich zu nähren, gönnen wir uns eine Dinnerpause mit Hammelsteak, Wild Kartoffeln und Knoblauchbutter.
Als wir nach dem Abendessen wieder ans Wasserloch zurückkehren, sind auch endlich die Giraffen angekommen. Wir amüsieren uns köstlich darüber, wie ungelenk sie trinken und versuchen das im Bild festzuhalten. Bei einer Belichtungszeit von vier Sekunden kein leichtes Unterfangen. Sehr Hilfreich erwies sich ein kleines Reissäckchen, welches als Stativersatz diente. Ein Nachbar leih sich für einen Moment den Sack aus und verschand weniog später in seinem Quartier, um wenig später mit einem Kissen wiederzukommen: man muß sich nur zu helfen wissen!!! Wir warteten noch einen Augenblick, bekamen noch weitere zwei Nashörner zu sehen und gingen dann schlafen. Es war ein anstrengend schöner Tag!
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