29.09.2003 - Zur Hobatere Lodge über Opuwo

Die Fahrt geht weiter durch das Herero Dorf Kaoko-Otavi bis nach Opuwo der Hauptstadt der Kunene Region. Hier lebt die traditionelle Kultur der Ovahimba seite an seite mit der "westlichen" Kultur (nicht unbedingt schön, aber interessant) .Von Opuwo geht es bald wieder südlich bis zum westlichen Teil des Etoscha Parks auf die Wildfarm Hobatere. Übernachtung in Hobatere Lodge Zelten (es gibt wieder Duschen)

In der Nacht war der Wind eingeschlafen. Am Morgen wurden wir dann durch einen bellenden Hund geweckt. Die Sonne ging mit einem strahlenden Lächeln auf und malte ihre Strahlen an den Himmel, beinahe wie in Bildern von Kaspar David Friedrich - sehr romantisch!

Wie erwartet stattet der "Chef" des Dorfes einen Besuch ab. Wüdevoll auf einen langen Stab gestützt kamm er zu uns und unterhielt sich mit Wilfried - unserem Chef. Standesgemäß bekam er von Wilfried Mehl, Tabak und andere wichtige Dinge überreicht, schließlich waren wir in seinem Reich zu Gast. Da ist es eigentlich nur recht und billig, daß Gastgeschenke übergeben werden.

Nachdem die Zelte verstaut waren fuhren wir weiter in Richtung Norden. Unser Tagesziel die Hobatere Lodge wollten wir über einen Umweg über Kaoko Otavi und Opuwo erreichen. Je weiter wir vorankamen, desto mehr Anzeichen der "Zivilisation" entdeckten wir am Wegesrand: jede Menge leerer Bierflaschen! Manchmal fragten wir uns, wo hier eigentlich die zivilisierteren Menschen leben. Auch wenn das Leben in dieser Gegend schwer ist, vielleicht wäre es für die Ovahimba besser, wenn sie vonden Segnungen dieser "Zivilisation" verschont blieben.

Bei einem Zwischenstop an einem Wasserloch in Kaoko Otavi wurden wir enthusiastisch von ein paar Jungen begleitet. Mit ihrer Beute von einigen Süßigkeiten zogen sie jedoch nicht von dannen, sondern begleiteten uns während unseres gesamten Aufenthaltes. Ein kleiner Bub' versuchte uns freundlich etwas von seinem Dorf zu erzählen. Es war irgendwie rührend, wie unbekümmert sie auf uns Fremde zugegangen sind. Kinder sind eben sehr unbefangen und unverdorben.

Opuwo erreichten wir in den Mittagsstunden. Auf der Ebene vor dem Ort tanzten Staubteufel, so weit das Auge reichte. Riesige Termitenhügel garnierten die eigentümliche Landschaft.

Opuwo selbst machten keinen so schönen Eindruck. Vieles wirkte sehr verkommen und armselig, während hier und da auch einige moderne Gebäude zu finden waren. Begürß wurden wir von einer toten Ziege, die über einen Zaun hing.

Der Ort selbst war dann doch sehr belebt. Immerhin ist Opuwo die Distrikthauptstadt. Verschiedene Läden, Bottle Stores und eine Tankstelle nebst Supermarkt waren hier zu finden.

Himbaschmuck Während wir im Landrover warten, bis Wilfried vollgetank hat, bekommen wir Besuch von einer alten Dame. Sie bot uns verschiedene Armreifen und Halsketten zum Kauf an. Besonders pries sie eine Kette mit Bokkie-Ohren an, doch die verschmähten wir. Für einen für uns eher lächerlichen Preis kauften wir ihr eine Lederkette mit einer großen Muschel ab. Das Leder war mit einer dicken Schicht rötlich gefärbten Ziegenfettes imprägniert worden,was man unschwer am Geruch erkennen konnte. Verziert war das Ganze mit vielen kleinen, sorgfältig plattgeschlagenen Muttern aus Stahl. Ein sehr schönes Stück, welches einen Ehrenplatz in unserer Wohnung bekommen wird.

Nachdem wir unsere Vorräte aufgefüllt und das Auto genug Futter für die Weiterfahrt bekommen hatte ging es jetzt weiter in südlicher Richtung. Die Vegetation wurde jetzt immer Dichter und wir trafen häufiger auf Ziegen und Rinder. Viele Weiden waren total abgegrast und gaben kein Futter mehr her.

In den späten Nachmittagsstunden erreichten wir dann die Hobatere Lodge unweit des westlichen Eingangs zum Etoscha-Nationalpark. Auf der Campsite standen einige große Zelte bereit uns zu beherbergen. So blieb uns an diesem Tag der geliebte Zeltaufbau erspart. Die Zelte machten allerdings keinen sehr einladenden Eindruck und waren teilweise sehr ramponiert, da wir jedoch keine Luxusreise suchten, fanden wir uns damit ab.

Nach einer kühlen Dusche sahen wir uns ein wenig in der Umgebung um und fanden einen geschützten Ausssichtspunkt auf einem Felsen über der Campsite. Von hier aus hatten wir einen schönen Blick auf ein künstliches Wasserloch und konnten so unbemerkt Paviane, Springböcke, Kudus und sechs Oryx beobachten. In der Ferne zeigte sich gar eine Giraffe.

Auf unserem Weg zur eigentlichen Lodge, wo wir gegen 20 Uhr das Abendessen einnehmen wollten, begegneten uns weitere Vertreter der heimischen Fauna: Elenantilopen und Kudus in der Abenddämmerung.

Das Abendessen hier in der Lodge kann man mit ruhigem Gewissen als Highlight bezeichnen. Serviert von zwei freundlichen und offenen Kellner Martin I und Martin II, die uns in deutsch, englisch und Afrikaans unterhielten speisten wir sehr gut. Es gab ein feines Menü aus Butternut-Kürbis und überbackenem Blumenkohl, Ratatouille, Oxtail Soup aus Straußenhals, Kartoffeln, Reis und Hühnchensalat. Vergessen werden darf auch nicht der vorzügliche südafrikanische Rotwein, den wir uns schmecken ließen.

[..Beschreibung Restaurant...]

Auf dem "Heimweg" trafen wir dann noch eine streunende Afircan Wildcat und dann legten wir uns auf die müden Ohren.

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