25.09.2003 - Im Land der Wüstenelefanten

Nach einem Besuch des alten Forts in Sesfontein (ist inzwischen als Lodge ausgebaut) geht die Fahrt nach Westen in das Hoanib Rivier, damit verlassen wir die Zivilisation. In einem Seitenarm (Ganamub) schlagen wir die Zelte auf und fahren dann auf die Pirsch auf Suche nach den Wüsten-elefanten und vielem anderen Wild. Übernachtung in Zelten.

Nach einem kleinen Frühstück und dem Abbau unseres Zeltlager nahmen wir ein letztes Bad, um uns dann wieder auf zu neuen Zielen zu machen. Heute wollen wir das Huanib-Revier erreichen, um uns auf die Suche nach den versprochenen Wüstenelefanten zu machen. Nach den Erfahrungen der letzten Tage würde es uns wohl kaum betrüben, wenn wir diesesmal nicht erfolgreich sein werden.

Auf unserem Weg statteten wir dem Fort Sesfontein einen kurzen Besuch ab, um etwas zu trinken und Zigaretten zu kaufen. Dabei konnten wir uns ein wenig im Fort umsehen.

[...Beschreibung Interieur...]

Während wir auf Wilfried und Almut warten, beobachten wir einen Maskenwebervogel, der, beobachtet von seiner Angebeteten, unermüdlich mit der Arbeit an einem neuen Nest beschäftigt war.

[...Mitfahrer auf dem Dach...]

Später, im Huanib-Revier trafen wir auf große Springbock-Gruppen, Oryx-Antilopen, Strauße und beobachteten eine einzelne Giraffe bei ihrem Mahl in der Krone eines ausladenden Baumes. Sie ließ sich durch uns kaum dabei stören, beäugte uns aber argwöhnisch.

Bevor wir uns im Revier umsehen können, heißt es zunächst einmal: Zeltaufbau!!! Wilfried hat einen Platz in einem kleinen Seitenarm des Flusses gefunden, der auch bei windigem Wetter Schutz bietet und darüber hinaus nicht durch wechselnde Dickhäuter gefährdet ist. Geübt durch die letzten Tage geht die Arbeit schnell voran.

Auf der Suche nach den Wüstenelefanten fuhren wir auf einen Aussichtspunkt in der Nähe. Von hier aus hatten wir einen tollen Blick in drei verschiedenen Flußarme. Wir entdeckten Oryx, Springböcke, Tokos und Paviane in "rauhen Mengen" - die Elefanten verbargen sich allerdings sehr geschickt! Es hieß also: weitersuchen! [...Bartlett...]

Es dauerte dann auch nicht sehr lange bis wir auf einen unserer "Wüstenelefanten" trafen. Es war ein Einzelgänger mit abgebrochenem Stoßzahn und einem markanten Loch im Ohr. In der Hoffnung weitere Elefanten zu sichten fuhren wir dann weiter Fluabwärts. Die diversen Spuren und Kothaufen machten uns Hoffnung. Beinahe haben wir die Geduld verloren und wollten schon umkehren, da kam aus der zweiten Reihe, von Iris die Bemerkung: "Ich glaube ich habe einen Elefanten gesehen." Auch Almut hatte ihn im Vorbeihuschen bemerkt.



Um unsere Entdeckung näher zu betrachten Fuhr Wilfried in einem großen Bogen aus dem Flußbett, so daß wir ein paar Fotos schießen konnten. Die Lichtverhältnisse waren allerdings nicht sehr günstig und darüber hinaus war der Elefant fast hinter Mopane-Büschen verborgen, so daß wir schnell wieder zurück ins Flußbett fuhren, um hier unser Glück zu versuchen. Wir stellten uns nur wenige Meter von dem gemächlich fressenden Elefanten ins Flußbett und fotografierten dieses Schauspiel. Anfangs nahm der Dickhäuter keine Notiz von uns, doch nach ein paar Minuten hob er seinen Rüssel wie ein Periskop in die Höhe und drehte ihn in unsere Richtung. Das war das Signal zum Aufbruch.

An diesem Tag hatten wir dann keine weiteren Elefanten mehr gefunden, doch uns wurde noch ein "weiteres Schauspiel geboten". Nachdem wir eine Oryx-Kinderstube und eine kleinere Paviangruppe getroffen hatten, begegnete uns eine Großfamilie der Paviane. Es waren Tiere aller Größen, beinahe wie die Orgelpfeifen kamen sie uns vor. Eine Muttertier trug ihren Sprössling unter dem Bauch und setzte ihn unter einem Baum in den Sand, wo dieser dann auch "gehorsam" sitzenblieb. Ein Cousin oder eine Cousine wurde auf den dort einsam sitzenden Verwandten aufmerksam und näherte sich ihm. Es schien, als käme er um zu trösten.

Nach einer Weile verlor der Kleine dann scheinbar die Geduld und folgte seiner Mutter: auf den Vorderbeinen!!! Wir waren sehr überrascht und lachten über den kleinen "Clown" und Spaßvogel. Als die Mutter ihr Kind wieder unter den Bauch hängte, fanden wir den wahren Grund für dieses Verhalten heraus: es war kein Übermut, sondern eine schwerwiegende Verletzung zwang den Pavian zum Laufen mit den Vorderbeinen. Offensichtlich konnte er die Hinterbeine nicht bewegen, denn sie hingen schlaff herunter. Leider mußten wir weiterfahren ohne uns an dem Schauspiel dieser Gruppe weiter erfreuen zu können. Die Dämmerung setzte langsam ein.

Während unser Abendbrot im Dreibeintopf langsam vor sich hin köchelte, kletteren wir noch ein wenig in den Felsen über unserem Camp auf der Suche nach Klippschliefern oder anderen Bewohnern herum, doch außer Urinstalaktiten und Kothaufen fanden wir keine Spur der Nachbarn.

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