Es geht weiter durch das Damaraland in nördlicher Richtung durch das Huab Rivier (eventuell gibt es von den sogenannten Wüstenelefanten zu sehen) und durch eine "Lavalandschaft" an Palmwag vorbei bis Warmquelle und zu den Ogongo-fällen wo wir wieder unsere Zelte aufstellen. Übernachtung in Zelten.
Der 10.Tag unserer Tour war wieder voller unvergeßlicher Momente. Beim Schreiben dieses Tagebuches wird mir immer wieder bewußt, wie schwierig es ist, das erlebte in Worte zu fassen. Ich hoffe, daß es mir, vor allem in Verbindung mit den Fotos, gelingt, Sie ein wenig an unseren Erlebnissen teilhaben zu lassen.
Am vorherigen Abend beobachteten wir einige Staubfahnen in der Ferne. Wir nahmen an, daß wir nicht allein an diesem idyllischen Ort bleiben werden, doch unsere Sorge erwies sich als unbegründet. Die Verursacher des Staubes gaben sich an diesem Morgen zu erkennen: es waren vier Straußen die ihre übermütigen Rennen auf der Ebene veranstalteten. Im Licht des neuen Tages konnten wir ihr Treiben durch die Ferngläser gut beobachten.
Unweit unseres Nachtlagers entdeckten wir weitere Zeugen der langen Geschichte des
Landes. Im Flußbett eines Prähistorischen Flusses lagen weit verstreut Reste versteinerter
Bäume herum. Mächtige Sedimenteablagerungen zeugten von einem mächtigen Fluß der hier
einst geflossen sein mußte. Gewohnt in zeitlichen Kategorien wie Jahren und Jahrzehnten zu
denken, lassen sich "Jahreszahlen" wie 250 Millionen Jahre schwer fassen. Sind die
versteinerten Bäume nun 250 oder gar 260 Millionen Jahre alt??? Wer will da streiten?
Nach einiger Zeit erreichen wir wiederum das Huab Revier. Ein Teil des Weges nach Norden
müssen wir zwangsläufig im Flubett zurücklegen. Zu Fuß mache ich mich auf den Weg hinunter
in das trockene Flußbett, um zu prüfen, ob eine Abfahrt mit dem Trailer gefahrlos möglich ist.
Nach wenigen Schritten entdecke ich ein paar riesige Dunghaufen und die Spuren, die vorbeiziehende
Elefanten hinterlassen hatten. Einige wirkten sehr frisch, da man die Muster der Fußsohlen
im Sand sehr schön erkennen konnte. Na ja Elefanten waren uns ja im Tourplan versprochen.
Am nächsten oder übernächsten Tag sollte es soweit sein. In der Ferne unter einer Baumgruppe
sah ich ein paar dunkle Schatten, welche ein wenig Abkühlung nach der Fahrt im heißen Auto
versprachen. Die Abfahrt mit dem Landrover sollte hier gefahrlos möglich sein. Gerade
wollte ich den Anderen bescheid sagen, da kreiste ein Wort durch meinen Kopf: Grau.
Grau waren die Schatten inder Ferne. Grau? Elefanten sind grau. Die Unruhe steigerte sich
und nach einem Blick durch das Fernglas sah ich sie: "Unsere" ersten Elefanten.
Vorsichtig fuhren wir ins Flußbett hinunter und Wilfried hielt sich am äußersten linken Rand des Flußbettes, um einen möglichst großen Abstand zwischen und un den Elefanten zu haben und die nervösen Tiere nicht unnötig zu reizen. In Höhe einer Sandbank legten wir uns auf die Lauer.
Und dann kam die erste Elefantenkuh an uns vorrüber - Gefühlte fünf Meter entfernt.
Tatsächlich waren es wohl eher 30 Meter, doch das Gefühl war unbeschreiblich. Gemächlich
schreitend passierte uns die gewaltige Dame und beäugte uns beiläufig, schien kaum Notiz
von uns zu nehmen. Nach und nach wurden es dann immer mehr Tiere: elf Erwachsene und zwei
Jungtiere wanderten an uns vorbei, um dann nach etwa 100 Metern das Flußbett zu verlassen.
Nachdem der Letzte Elefant in hinreichender Entfernung verschwunden war, stiegen wir aus dem Auto um ein paar Erinnerungsfotos zu schießen. Wann bekommt man jemals so eine Gelegenheit, hat man jemals so ein Glück?
Kaum waren wir wieder im Wagen, da näherte sich uns ein Nachzügler. Offensichtlich ein Jungbulle, der in sicherem Abstand der Gruppe mit den Jungtieren folgte. Glücklicherweise waren wir bereits wieder im Auto, doch es gelang uns nicht so ohne weiteres wieder loszufahren, denn der lose Sand hielt uns auf. Letztlich gelang es uns dann doch dem aufgeregten Elefanten "zu entkommen".
Jeder von uns war noch damit beschäftigt, das erlebte zu verarbeiten, da stand uns plötzlich
hinter einer Flußkrümmung ein zweiter Nachzügler gegenüber. Völlig erschrocken versuchte
er uns auszuweichen, allein das Flußbett ließ ihm keine Chance. Rechts die steile Böschung
und links das kreischende Fahrzeug stellten eine Gefahr für ihn dar. Mit aufgeregt
wedelnden Ohren tänzelte er auf der Stelle, um dann plötzlich die Lücke zu erkennen und
an uns vorbei das Weite zu suchen. Nochmal Glück gehabt!!! Das können wir auch von uns
behaupten, denn mit dem schwer beladenen Jeep nebst Trailer hat nicht viel gefehlt und wir
hätten uns festgefahren.
Landschaftlich beeindruckend war die anschließende Fahrt über teils holprige Schotterpisten, auch wenn wir bald den Eindruck hatten "voll zu sein". Es wurde immer heißer. Bei 42°C im Auto und 8 Prozent Luftfeuchtigkeit freute sich jeder auf die zu erwartetende Abkühlung am Tagesziel, den Ongongo-Fällen. Unterwegs kauften wir am Pistenrand noch ein wenig Feuerholz, welches unentbehrlich für die Zubereitung des Abendessens war. Die angebotenen Bokkies lehnten wir allerdings dankend ab.
Ein wenig geplättet durch die Hitze nahmen wir die Schönheiten der Fauna und Flora kaum noch wahr. Beinahe vergaß ich zu erwähnen, daß uns auch diverse Straußen, Oryx-Antilopen, Kudus, Rüppelstrappen und Nam Flughühner begegneten. Auch eine Gruppe von Springböcken, die im Schatten der gnadenlosen Mittagssonne Abkühlung suchten, konnte uns nur kurz aus der Lethargie reißen.
Das Tagesziel nicht mehr fern trafen wir einen Einheimischen mit einem landestypischen
Gefährt - einem Donkeycar. Es ließ sich nicht vermeiden, daß er die Staubwolke unseres
Trosses abbekam, auch wenn wir die Geschwindigkeit drastisch reduzierten. Der feine
weiße Staub war noch Minuten später zu sehen.
Bei einem kurzen Stop am Wegesrand entdeckten wir noch ein paar kleine Amethyst-Stücke
im Schotter und fotografierten blühende Flaschenbäume...
[...Gartenbau, Sammy...]
... und gegen 16 Uhr waren wir dann endlich am Tagesziel.
Nach dem Zeltaufbau und später dann auch noch nach dem Abendbrot gingen wir im "Pool"
unterhalb der Ongongo-Fälle baden. Endlich eine Abkühlung. Das Wasser war kristallklar
und angenehm frisch. Wir mußten das Bad allerdings mit zwei Wasserschildkröten teilen,
doch sie waren glücklicherweise sehr zurückhaltend.
[...mehr zu den Ongongo-Fällen...]
Das Abendbrot bestand an diesem Abend aus Hühnchen mit Reis und war wie immer köstlich. Almut sei Dank!!!
Leider verpassten wir an diesem Abend den Sonnenuntergang, doch den Sundowner holten wir dann später nach.
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