Die Fahrt geht weiter in Richtung Westen bis Sesriem wo wir uns einen kleinen Canyon ansehen und schon einen Vorgeschmack auf die Dünenlandschaft bekommen. Wir fahren weiter bis auf eine ca. 45 Km entfernte Gästefarm. Übernachtung in Zimmern mit Vollverpflegung.
Freitag, Wochenende!
Na ja, im Urlaub hat das nicht so eine Bedeutung wie im tristen Alltag. Darum haben
wir auch keine Eile. Nach einem gemütlichen Frühstück, packen wir, beobachtet von den Pavianen, unsere
Sachen und bauen die Zelte ab. Wilfried hält noch ein kleines Schwätzchen mit einem der Angestellten
des Campingplatzes. Sie tauschen sich über die Wirksamkeit der Steinschleudern auf Paviane aus.
Auf dem Weg zum Tor des Namib Naukluft Parkes treffen wir noch eine Reihe von "alten Bekannten". Eine
Pavianfamilie nascht verträumt an Blüten und frischen Zweigen und eine größere Kudugruppe beäugt uns
aus sicherer Distanz.
Kurze Zeit darauf überfahren wir beinahe zwei riesige Kudubullen, die am Wegesrand nach Futter suchten.
Sie waren genauso erschrocken, wie wir. Leider hatten sie mit Riesensprüngen das Weite gesucht,
bevor wir unsere Fotoapparate in Anschlag bringen konnten, so daß wir die beiden kaum im Bild
einfangen konnten. In etwa 150 meter Entfernung stoppten sie ihre panische Flucht und beobachteten uns
aufmerksam.
Während unserer Fahrt auf dem Weg zum Sesriem Canyon macht Wilfried uns den Vorschlag, einen kleinen
Abstecher zur Zebra River Lodge zu machen. Vor einigen Monaten hatte er dort etwas vergessen, so daß
wir die Gelegenheit nutzen könnten und uns dort umzusehen. Wir sind einverstanden, da wir begierig
sind Neues zu entdecken.
Am Wegesrand treffen wir, wie bereits auf der Fahrt zum Namib Naukluft Park, Strauße, aber auch
verschiedene Trappen und ein verdutztes Warzenschwein laufen uns über den Weg.
Bei einem kurzen Foto-Stop entdecken wir im Schotter am Pistenrand einen kleinen Rauchquarz. Das
erninnert daran, daß Namibia auch eine Schatzkammer für Mineraliensammler ist.
An der Zebra River Lodge angekommen werden wir vom Chef herzlich willkommen geheißen. Wir hatten
entdeckt, daß hier Wein und verschiedene Früchte angebaut werden und daß der Farmer große
Zäune als Schutz gegen Wildfraß errichtet hatte. Von uns auf seinen Garten angesprochen, erzählte er uns
von seinen Problemen mit den Kudus.
Sehr beeindruckend sind für uns auch die Gebäude hier in der Lodge. Die Architektur ist sehr interessant.
Als Baumaterial wurden offenbar Platten aus dem Schiefergestein der Berge rund um die Lodge verwendet.
Als Wilfried ihm erzählt, wer wir sind und was wir vorhaben, schlägt er uns eine Wanderung auf seinem
Gelände vor. Ach wie gern hätten wir sein Angebot angenommen, doch unsere Zeit war doch nicht so reichlich
bemessen, daß wir diesen Extraaufenthalt hätten einschieben können.
Hier könnte man es auch ein paar Tage aushalten...
Schweren Herzens fahren wir nach einem kühlen Drink weiter unserem Tagesziel entgegen.
Unsere Mittagspause verbringen wir dann später im Schatten eines blühenden Kameldornbaumes.
Auf dem Weg zum Sesriem Canyon fahren wir an großen Springbockherden (hüpf, hüpf) vorbei, bestaunen
eine Gruppe scheuer südafrikanischer Löffelhunde und amüsieren uns über ein possierliches Erdhörnchen,
allein ein Oryx bekamen wir trotz intensiver Suche nicht zu sehen.
Am Nachmittag sind wir dann endlich am Sesriem Canyon. Wenn man sich das erste mal mit dem Reiseführer
in der Hand dem Canyon nähert, kann kaum glauben, das sich hier der Tsauchab Fluß einen tiefen Graben
in die Ebene geschnitten hat. Man fährt auf dem Weg durch eine öde Schotterwüste, erst wenige
Meter vor dem Einstieg in den Sesriem Canyon erhält man eine Ahnung von dieser grandiosen Landschaft.
Der Tsauchfluß hat sich hier einen tiefen Canyon in die Sedimente gegraben. Er verdankt seinen Namen
den Siedlern die sechs Ochsenriemen zusammenbinden mußten, um Wasser aus der Tiefe schöpfen zu können.
Wir steigen aus der glühenden Hitze der Nacmittagssonnen hinab in die feucht kalte Schlucht des Tsauchab.
Die Wände des Canyon bestehen aus Konglomeraten aus Sandstein und eingelagerten Felsbrocken und Steinen.
Der Boden des Flußbettes ist mit feinem Sand bedeckt. Neben den Spuren unzähliger Touristen finden wir
auch die Abdrücke von Zebrahufen. Die Wände des Canyons sind stellenweise nur wenige Meter voneinander
entfernt. Große Höhlen sind in die steilen Wände der Felsen gewaschen. In einigen hat sich Schwemmholz
angesammelt, was darauf hindeutet, daß das Wasser hier in der Regenzeit mehrere Meter hoch steht.
Ständige Bewohner des Canyons sind dutzende Tauben, die hier in Nischen und auf Felsvorsprüngen nisten.
Wir wandern etwa 200 Meter flußaufwärts bis uns ein riesiger Felsbrocken den Weg versperrt. An dieser
Stelle finden wir einen letzten Rest des Wassers der letzten Regenzeit. Die Spuren der Zebras deuten
darauf hin, daß dieses Wasserloch von verschiedenen Vierbeinern in den Abendstunden als Tränke benutzt
wird.
Danach wechseln wir die Richtung und gehen Flußabwärts und schießen ein paar Erinnerungsfotos, bevor wir
uns auf den Rückweg machen.
Im Sesriem Camp machen wir eine kurze Zwischenstation. Wilfried erledigt die Formalitäten für unseren
für den morgigen Tag geplanten Abstecher zum Sossusvlei. Währenddessen schauen wir uns in dem kleinen
Laden nach Souvenirs und ähnlich Nützlichem um. Wir gönnen uns ein leckeres Eis und studieren die
Informationen in der Rezeption.
Unser müdes Haupt betten wir heute zwar in der Gästefarm Weltevrede, doch wir kommen nicht daran vorbei
einen Blick in die nahegelegene Sossusvlei Lodge zu werfen. Wir stellen fest, daß die Preislage hier
nicht unserem Geldbeutel entspricht. Das Ambiente ist uns außerdem etwas zu kitschig - wer's mag...
Der Weg zur Gästefarm ist nicht mehr allzuweit. Wir sind froh, als wir endlich unser Tagesziel erreichen.
Wir werden von den Hausherren freundlich begrüßt und beziehen unser Zimmer. Wir haben noch etwas Zeit vor
dem geplanten Abstecher zur "Hausdüne", so daß wir uns ein kühles Bad im Swimmingpool gönnen. Brrr, war das
kalt, doch nach der Hitze des Tages fühlen wir uns endlich wieder erfrischt.
Nach einer anschließenden Dusche fahren wir mit Wilfried in Richtung Sonnenuntergang. Auf dem Weg
zur Hausdüne statten wir der Campsite auf der anderen Seite der Pad einen kurzen Besuch ab. Hier
stehen eine handvoll Zelte auf festen Fundamenten, so daß man hier auch ohne eigenes Equipment campen
kann.
Als wir einen Blick in eines der Zelte riskieren, werden wir von dem eigentlichen Bewohner irritiert
angesprochen. Er glaubte wohl, daß wir ihm sein Zelt streitig machen wollen. Nach einer kurzen Erklärung
geht er schmunzelnd vondannen...
Von der der farmeigenen Düne hat man einen wunderbaren Blick auf die Landschaft rundherum. Die Berge
in der Ferne leuchten im warmen Licht der untergehenden Sonne. Das Abendlicht läßt den Sand der Düne
erglühen.
Wir haben die nötigsten Zutaten für einen Sundowner mitgenommen: Cola mit Rum, Bier und den obligatorischen
Rotwein. Wir genießen den Sonnenuntergang und lassen uns von den letzten Strahlen der Abendsonne wärmen.
Leider ist das Schauspiel bereits nach einer halben Stunde vorbei. Die Sonne geht hier sehr viel schneller
unter als in heimischen Breiten.
So langsam machen auch unsere Mägen auf sich aufmerksam. Es ist Zeit zur Farm zurückzukehren, um das
Abendbrot nicht zu verpassen. Unter weit ausladenden Reetdächern finden wir uns zum Abendessen ein.
An der Bar genehmigen wir uns ein kühles Bier und dann nehmen wir unsere Plätze ein.
Als Vorspeise gibt es heute einen Thunfischsalat. Das Hauptgericht besteht aus Nudelsalat, Weißkrautsalat,
gemischtem Salat, Süßkartoffeln, Brechbohnen, Reis und Springbockauflauf. Als Nachspeise wurde eine
Süßspeise mit Erdbeeraroma serviert, wahrscheinlich mit naturidentischen Aromastoffen...
Nach einem Schlummertrunk im Schein einiger Teelichter beschließen wir den Tag zünftig und steigen
müde in die Federn...
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