17.09.2003 - Windhoek - Rehoboth - Namib Naukluf Park

Die Tour geht los in Richtung Süden durch die Berge via Rehoboth,der Hauptsitz der Baster Gemeinschaft. Nach einem Abstecher in den Akazienwald geht es über den spektakulären Spreetshoogte Pass über Solitaire in die Naukluft Berge. Hier wird auf dem Campingplatz in Zelten übernachtet.

Morgensonne Es ist 7:45 Uhr - der Wecker klingelt. Ach wäre das schön noch etwas liegenzubleiben, schließlich sind wir hier im Urlaub und nicht auf der Flucht. Allein der Gedanke an die bevorstehende Tour in den Namib Naukluft Park läßt uns unsere Trägheit überwinden. Wie sagt man so treffend: Morgenstunde hat Gold im Munde!

Zitronen Ein Blick aus dem Fenster läßt uns aufatmen, denn der Regen vom Vortag hat sich verzogen, die Sonne scheint und die Zitronen leuchten im warmen Licht des Morgens. Auf der Terasse gönnen wir uns ein ausgiebiges Frühstück, um für den Tag gut vorbereitet zu sein. Nachdem wir uns gestärkt haben, packen wir schnell unsere Siebensachen zusammen und sind abfahrtbereit.

Der Weg führt uns heute über den Akazienwald bei Rehoboth, den Spreetshoogte Pass in den Namib Naukluft Park. Dort wollen wir uns einen Tag lang wandernd die Beine vertreten.

Im Khomas Hochland Jetzt ist es endlich soweit - wir sitzen im Auto und fahren Richtung Süden nach Rehoboth. Die Straßen sind für unsere Verhältnisse leer, so daß wir ohne Streß vorankommen. Auch der Zwischenhalt an einer Baustellenampel ist kaum erwähnenswert. Wir haben Muße uns die Landschaft anzusehen - ein Vorteil, wenn man nicht Selbstfahrer ist. Jetzt im September sieht die Landschaft schon sehr karg und trocken aus. Die letzte Regenzeit liegt schon ein paar Monate zurück und die kleine Regenzeit steht dem Land unmittelbar bevor.

Die Kirche in Rehoboth Wir machen einen kurzen Stop in Rehoboth, der Hauptstadt der sogenannten Rehobother Baster. Der Landrover hat Durst, so daß Wilfried die Gelegenheit nutzt den Tank zu füllen. Danach besichtigen wir die Kirche. Sie ist recht karg eingerichtet - kein Vergleich zu den prunkvollen Kirchenbauten in Europa.

Unweit des Ortes finden Eingeweihte den Akazienwald. Dieser Wald ist die größte zusammenhängende Baumgruppe im Süden des Landes. Einige Hundert Akazien trotzen hier der Trockenheit und der Gier von skrupellosen Holzverkäufern. Viele der Bäume sind durch offensichtlich von Menschenhand gelegten Feuern abgestorben oder stark beschädigt. Jetzt, durch die Trockenperiode wird der trostlose Zustand des Waldes noch verstärkt.

In der Gegend rund um den Akazienwald wurden eine Reihe von Skeletten von Ureinwohnern gefunden. Das Alter der Funde wird auf mehrere Hundert Jahre geschätzt. Eines dieser Skelette wurde in einem gemauerten Schacht unter einer stabilen Glasplatte dem Besucher zugänglich gemacht. Eine Betrachtung aus der Nähe war uns allerdings nicht möglich, da die Grabstätte durch äußerst agressive Wespen bewacht wurde.

Auf dem Rückweg zur Straße begegnen wir noch ein paar Jugendlichen mit einem Donkey Car und einem scheuen Gelbschnabeltoko.

Kurz hinter Rehoboth, noch nördlich des Wendekreises des Steinbocks verlassen wir die asphaltierte Straße. Die Fahrt geht weiter auf mehr oder weniger gut befestigten Schotter- und Sandpisten. Die Fahrt ist recht eintönig. Aufgelockert wird sie durch die ersten einheimischen Tiere, die man sonst eigentlich nur aus dem Tierpark oder aus Fernsehsendungen kennt: Paviane, Strauße, Kuhantilopen, Webervögel und Kudus sieht man gelegentlich am Wegesrand. Die Versuchung ist groß jedesmal anzuhalten, allein Wilfried bremst unsere Euphorie und meint wir würden später noch viel mehr sehen und unter besseren Bedingungen fotografieren können.

Wir hörten die Worte wohl, allein uns fehlte der Glaube. So daß wir doch den einen oder anderen Schnappschuß wagten, um ihn dan später zu Hause auszusortieren...

Am Spreetshoogte Pass Ein landschaftliches Highlight erwartet uns am Spreetshoogte Pass. Endlose Serpentinen führen hier zu einer, vor allem bei klarem Wetter, grandiosen Aussicht. Leider meinte der Wettergott es nicht so gut mit uns. Durch den Regen vom Vortag war sehr viel Feuchtigkeit in der Luft, so daß die Fernsicht doch etwas getrübt war. Dazu wehte ein frischer Wind, der den Aufenthalt hier nicht so angenehm erscheinen ließ.

Wir genießen die, trotz allem, schöne Aussicht und einen Mittagsimbiß. Wir hatten vom Herflug noch ein paar belegte Brote und Knacker übrig, Wilfried lieferte dazu noch Brot, Wurst und Käse, so daß wir uns gestärkt auf die Weiterreise in Richtung Solitaire begeben konnten. Die Straße wurde immer steiler und die Serpentinen erinnern uns an den letzten Urlaub in Slowenien.

Tor zum Nationalpark Kudu Wenige Kilometer hinter Solitaire biegen wir von der Piste in Richtung Namib Naukluft Park ab. Durch ein selbst zu öffnendes Tor gelangt man in den Nationalpark. Auf dem Weg zum Camp begegnen wir so allerlei Getier. Vorlaute Paviane scheinen hier ebnso heimisch zu sein, wie größere Kudufamilien. Beinahe scheint es so, daß die Kudus hier nur auf die Touristen mit ihren großen Fotoapparaten warten.

Auch hier nutzen wir jede Gelegenheit, um Erinnerungsfotos zu schießen. "Munition" ist in größeren Mengen vorhanden, denn wir hatten uns zu Hause mit Filmen eingedeckt - 18 sollten wohl für 18 Tage reichen.

Leider sind die Bedingungen zum Fotografieren in der prallen Mittagssonne nicht optimal, denn die harten Schatten und die starken Kontraste stehen optimalen Ergebnissen im Wege.

Nach wenigen Kilometern erreichen wir die Parkverwaltung, wo wir die Anmeldeformalitäten erledigen und uns einen Zeltplatz zuweisen lassen. Das Tagesziel ist fast erreicht.

Tor zum Nationalpark Bis zum Camp war es dann nicht mehr weit. Am Ufer eines ausgtrockneten Flüsschens schlagen wir unser Lager auf. Dabei wurden wir argwöhnisch von einigen Pavianen beobachtet. Wilfried hatte uns vor den frechen Pavianen gewarnt und hatte sich "schwer bewaffnet", um sich die Störenfriede vom Leibe zu halten. Während wir unsere Zelte aufschlagen, bemerken wir nicht was hinter unserem Rücken passiert. Ein Pavian machte sich an unserem Gepäck zu schaffen und ließ sich erst durch lautes Schreien und heftige Armbewegungen beeindrucken.

Durch den letzten Campingurlaub waren wir im Zeltaufbau geübt, so daß die Zelte nach 20 Minuten bezugsfertig waren und wir uns gemütlich mit einem kühlen Drink erfrischen konnten.

Iris auf der Jagd Pavian Während Wilfried seine Küche aufbaute und das Abendbrot vorbereitete, nutzen wir die freie Zeit, um uns in der Umgebung des Camps umzusehen. Wir stoßen auf einige größere Pavianfamilien, die sich in unmittelbarer Nähe aufhielten. An einige von ihnen kommen wir bis auf wenige Meter heran, andere fliehen bereits in einer Entfernung von 100 Metern. Leider ist das Licht schon so schlecht, daß uns gute Fotos nicht gelingen können.

Am Hang des Felsens auf der gegenüberliegenden Seite des Flüsschens stehen einige malerische Köcherbäume, die wir auf Zelluloid bannen. In der tiefstehenden Abendsonne leuchtet ihre Rinde wie Gold. Ein paar Klippschliefer verstecken sich, als wir uns ihnen näherten.

Rechtzeitig zum Abendessen finden wir uns wieder im Zeltlager ein. Es duftet nach Spaghetti Bolognese. Wilfrieds Frau Almut hat wieder einiges vorbereitet, so daß wir auf unserer Fahrt nicht verhungern werden. Eine Delikatesse, die wir schnell schätzen lernen ist ein leckeres Chutney, mit dem man die Speisen aller Art verfeinern kann. Sehr lecker zu jeder Gelegenheit, also auch zum Essen, ist der trockene Rotwein, den wir in Windhoek erworben hatten: Drosty Hof Claret Select aus dem praktischen 5 Literkanister mit Zapfhahn...

Langsam ist es dunkel geworden. Das Feuer prasselt und spendet etwas Wärme an diesem kühlen Abend. Über uns leuchten tausende Sterne. Wir versuchen Sternbilder zu lesen, doch hier sieht alles anders aus als in der Heimat. Den Mars entdecken wir recht schnell, doch dann sind wir mit unserem Latein am Ende. Selbst den prägnanten Skorpion finden wir erst, als Wilfried uns Hilfestellung gibt. "Man sieht die Sternbilder vor lauter Sternen nicht".

Bewaffnet mit unserer Neuerwerbung, einer Stirnlampe aus dem Penny Markt begeben wir uns in die Duschräume, um uns bettfein zu machen. Es war ein langer und anstrengender Tag.

...lesen Sie weiter...