Ankunft und Übernachtung in Windhoek, mit eventueller Stadtrundfahrt, abhängig von der Ankunftszeit des Fliegers und der zur Verfügung stehenden Zeit. Übernachtung in einer Privat Pension...
Endlich haben wir den langen Flug hinter uns gebracht, sind froh uns mal wieder bewegen zu können.
Wie angedroht, regnet es als wir aus dem Flugzeug steigen.
Bei der Einreise bilden sich die üblichen "Wartegemeinschaften" - es muss eben alles seine Ordnung haben.
Nach einer guten halben Stunde haben wir die Formalitäten hinter uns gebracht, von Gepäckkontrollen
blieben wir glücklicherweise verschont. Die Wartezeit am Gepäckband strapaziert unsere Geduld dann ein
letztes mal, bevor wir dann endlich unser Gepäck in den Händen halten. Beinahe hätten wir uns einen
falschen Koffer genommen, da hatte doch jemand den gleichen Koffer wie wir erworben, vermutlich sogar
bei Ebay...
In der Eingangshalle werden wir bereits von Wilfried, unserem Tourguide, erwartet. Er hat sich in
den drei Jahren seit unserer letzten gemeinsamen Fahrt nicht verändert.
Jetzt kann der Urlaub beginnen - endlich!
Schnell ist unser Gepäck im Landrover verstaut und dann geht es los ins Privatquartier. Wir werden
von der Hausherrin freundlich empfangen. Auch die Hunde des Hauses sind sehr aufgeschlossen und begrüßen
uns schwanzwedelnd. Unser Zimmer ist sehr geräumig, Fernseher und Dusche sind vorhanden- im Kühlschrank
stehen kühle Getränke bereit.
Bevor wir unsere Sachen auspacken können, erhalten wir ein kleines Früstück bestehend aus Toast, Spiegelei
und heißem Kaffee. Noch satt vom Frühstück im Flieger naschen wir ein bischen und muntern uns mit dem
Kaffee auf.
Nach dem Frühstück führt uns unser erster Weg ins Zentrum zum Geldautomaten. Mit dem nötigen Bargeld
ausgestattet, kaufen wir im Bottle Store Rotwein für die Reise: Drosty Hof, Claret Select im
Fünfliter-Karton.
Den Rest des Vormittages verbringen wir mit Sight Seeing. Wilfried fährt mit uns zunächst auf eine
Anhöhe und zeigt uns von hier die wichtigsten Gebäude der Stadt. Vertieft in den Anblick
und gefesselt von Wilfrieds Erklärungen bemerken wir nicht, was hinter unserem Rücken am Landrover passiert.
Unbemerkt hat sich ein Einheimischer an das Fahrzeug geschlichen und eine Tasche entwendet. Trotz
sofortiger Verfolgung zu Fuß und mit dem Auto entwischt uns der Spitzbube mit seiner Beute.
Glücklicherweise war der Verlust nicht allzu tragisch: eine Tafel Schokolade und eine unbeschriebene
Ansichtskarte waren sicher nicht die erhoffte Beute des kleinen Ganoven...
Etwas sauer waren wir aber trotzdem, als wir uns wieder zurück in die Stadt begaben. Wir statten dem
Parlamentsgebäude, der Christuskirche und dem deutchen Reiterstandbild einen kurzen Besuch ab. Dabei machen
wir Bekanntschaft mit den Sicherheitsbehörden in Namibia. An diesem Tag traf sich das Parlament in der
Hauptstadt. Überall treffen wir auf Polizeistreifen, schwer bewaffnete Soldaten mit Granatwerfern und
Maschinengewehren. Ein beklemmendes Gefühl nicht vermeiden - irgendwie fühlte man sich an längst vergangene
DDR-Zeiten erinnert. Eine Führung, die sich vor dem eigenen Volk schützen muß, liefert immer genügend
Gesprächstoff und Gelegenheit nachzudenken...
Unser Mittagsmahl nehmen wir in einer Art Baumschule mit angeschlossenem Gartencafe ein. Es gibt einen
leckeren Salat und etwas ebenso schmackhaftes aus der Sandwich-Ecke mit getrockneten Tomaten - gerade
das Richtige für Bewegungsarme Flugreisende...
Zurück im Quartier legen wir uns erst einmal zwei Stunden aufs Ohr - der lange Flug hat doch ganz schön
geschlaucht.
Ausgeruht und voller Tatendurst machen wir uns am frühen Nachmittag erneut auf den Weg nach Windhoek.
Auf meinen Wunsch fährt Wilfried mit uns nach Katutura, einem der Wohngebiete für die schwarze Mehrheit
der Stadt. Hier in diesem Stadteil entdecken wir neben festen, gemauerten Häuschen auch die armseligsten
Wellblechhütten und Notunterkünfte. Die Trostlosigkeit wird durch den ständigen Regen noch unterstrichen.
Es ist keine Gegend für Touristen und deshalb machen wir uns auch schleunigst wieder auf den Weg zurück
ins Stadtzentrum.
Wir fahren am Eisenbahnmuseum vorbei. Es wird zwar gerade geschlossen, doch da Wilfried den Herrn zu kennen
scheint, erhalten wir eine halbstündige Führung durch dieses kleine, aber sehr interessante Museum. Man wird
immer wieder in Erstaunen versetzt, wenn man sich mit der Geschichte des Landes beschäftigt: unter unsäglich
schweren Bedingungen wurden wahre Meisterleistungen vollbracht.
Auf der Suche nach den ultimativen Urlaubsmitbringseln statten wir dem "Namibia Craft Center" einen kurzen
Besuch ab. Die Preise sind hier eher auf gehobenem Niveau, das Angebot ist auch nicht schlecht, doch wir finden
einfach nichts Geeignetes. Mit einer kleinen Schlange aus Balsaholz liebäugeln wir zwar, können uns aber
nicht zum Kauf entschließen. Wir brechen unsere Suche ab und beschließen in unser Quartier zurückzukehren,
um uns auf das Abendessen vorzubereiten.
Frisch geduscht und neu eingekleidet machen wir uns auf in die Kaiser Wilhelm, ähm Independence Avenue.
Bei Gathemann ist ein Tisch auf der Terasse reserviert, allein der ständige Regen macht uns einen Strich durch
die Rechnung, so daß wir die schöne Aussicht beim Essen nicht genießen können.
Die Kellnerin war eher mittelmäßig, es bereitete selbst Wilfried Schwierigkeiten das richtige Getränk zu
bestellen. Über das Essen konnte man dann aber keinesfalls meckern: es war alles sehr lecker. Als Vorspeise
gönnten wir uns einen vegetarischen Salat mit kandierten Apfelringen, Rucola, Nüssen. Alles fein abgeschmeckt
mit Balsamico Essig. Die Hauptspeise bestand aus einem sehr feinen Oryx Steak auf browned onions. Mhhhmmm.
Der köstliche Cabernet Sauvignon war dann das Sahnehäubchen auf dem Ganzen.
Bei der Bezahlung habe ich mich dann zu guter letzt nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Hier ist es üblichen
zehn Prozent der Rechnungssumme als Trinkgeld (hier Tip genannt) zu geben, was ich dann auch großzügig nach oben
aufrundete. Später, im Quartier zurückgekehrt, stellte ich dann fest, daß die 10% Tip bereits auf die
Rechnugssumme aufgeschlagen waren...
Den Tag ließen wir dann vor unserem Zimmer bei einem Glas Rotwein im Kerzenschein ausklingen. Mal sehen, was
uns der nächste Tag bringen wird.
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