Auf nach Namibia...

Seit Wochen kreisten unsere Gedanken nur noch um unsere Reise nach Namibia. Die Taschen sind gepackt, Reiseproviant und -apotheke sind vollständig, so daß es los gehen kann.

Nach einer kurzen Nacht, die aufgrund der Vorfreude beinahe schlaflos verlief, lassen wir uns von Iris Eltern nach Hamburg zum Flughafen fahren. Die Flugtickets hatten wir bereits Monate im Voraus reserviert. Durch die frühe Buchung der Flüge bei LTU und Deutscher BA fielen die Flugpreise erträglich aus. Etwas mulmig war uns aber doch beim Gedanken an die ticketlose Buchung bei der Deutschen BA. Das Einzige, was wir in der Hand hielten war eine Buchungsnummer. All unsere Befürchtungen erwiesen sich dann allerdings als unbegründet, am Schalter der Deutschen BA war lediglich die Vorlage des Passes erforderlich, um die Tickets ausgehändigt zu bekommen.

Die Wartezeit bis zum Abflug überbrücken wir geduldig durch den Besuch des Zeitungskioskes und lesend am Terminal. Geduld ist eine Tugend die man bei Reisen zu weit entfernten Reisezielen unbedingt haben sollte. Inklusive Wartezeiten auf den diversen Flughäfen benötigt man für eine Reise von Hamburg nach Windhoek etwa 18 - 20 Stunden.

Airport Munic

Airport Munic Der Flug von Hamburg nach München ist kaum der Rede wert. Bei schönem Wetter erreichen wir nach einer guten Stunde Flugzeit den Airport F. J. Strauß in der bayrischen Landeshauptstadt. Dort angekommen führt uns unser Weg zum Gepäckband. Seit unserem Albtraumerlebnis in Vietnam, bei dem wir eine ganze Woche ohne Gepäck ausharren mußten, haben wir jedesmal ein ungutes Gefühl in Bezug auf unser Gepäck. Kommt es an? Kommt es nicht an? Wie kommt es an??? Diesesmal hatten wir Glück - die Koffer und Rucksäcke haben den Flug unbeschadet überstanden. Um unser Gepäck nach Windhoek einzuchecken machen wir uns zunächst auf die Suche nach dem Schalter der LTU. Die niederschmetternde Antwort lautete: Check in ab 17:45 Uhr.

Für einen geringen Unkostenbeitrag geben wir unser Gepäck an der Gepäckaufbewahrung ab, und machen uns auf den Weg den Flughafen zu erkunden und vielleicht noch irgendwo einen Kaffee zu trinken. Ein ruhiges Plätzchen ist schnell gefunden. In einem kleinen Cafe stärken wir uns mit Apfelstrudel und einem koffeinhaltigen Heißgetränk.

Auf unserer anschließenden Erkundungstour durch den Moloch Flughafen gelingt es uns nicht den Büchershop zu ignorieren. Auf der Suche nach Reiseführern stöbern wir im reichhaltigen Angebot, können uns allerdings nicht zum Kauf entschließen, schließlich erwartet uns in Wilfrieds Bordbibliothek eine umfangreiche Bibliothek. Stattdessen kaufen wir im nahegelegenen Edeka Markt noch eine Notration Fruchtsaft, um für die nächsten Stunden (gebucht bei LTU: NUR FLUG) gewappnet zu sein...

Airport Munic Hinter dem Terminal 1 gelangt man auf einen etwa 100 x 100 Meter großen, mit einer freitragenden Kuppel überdachten Platz. Das gastronomische Angebot in Form eines Biergartens (Airbräu) und einer Bulettenschmiede (Burger King) sichert das Überleben der Reisenden. Unweit von Terminal 2 steht ein Modell eines Transrapid-Wagens in Originalgröße. Da wir gerade nichts Besseres zu tun haben, werfen wir einen Blick hinein und informieren uns über die Technik der Züge und die Münchner Transrapid-Pläne.

Nachdem wir einen zaghaften Blick in das Foyer des Kempinsky Hotels mit seinen künstlichen Palmen geworfen hatten, stürzten wir uns wieder in das Getümmel des Terminal 1. Etwa alle 10 - 15 Minuten treffen wir auf schwer bewaffnete Polizeistreifen. Am Vortag gab es eine Bombendrohung auf dem Düsseldorfer Flughafen, so daß die Herren sehr aufmerksam auf unbeaufsichtigtes Gepäck achteten. In unserer Nähe bemerkte eine Streife einen herrenlosen Rucksack. Während ein Polizist das Gepäck bewachte, bemühte sich der Andere, den Besitzer aufzufinden. Kurze Zeit später wurde es dann allen auf dem Flugplatz kundgetan: "Der Besitzer des schwarzen Rucksackes und der Bibel möchte sich bitte umgehend an seinem Gepäck einfinden." Einen Augenblick später war die Sache geklärt und der Flugreisende nach einer kurzen Belehrung entlassen.

Durch das Studium von Last Minute Angeboten diverser Reiseveranstalter schlagen wir die Zeit bis zum Einchecken tot. Gegen 18 Uhr ist es endlich soweit: wir werden unser Gepäck los. Na ja, jetzt sind es nur noch 3 3/4 Stunden bis zum Abflug... Auch diese Zeit ist dann irgendwann überstanden. Bei Burger King hatten wir uns für den Flug gestärkt, denn wir hatten NUR FLUG gebucht, und so erwarteten wir auch nichts weiter als nur den Flug zu bekommen. Na ja, so lange man dann im Flugzeug sitzen kann... Für den Notfall hatten wir uns auch noch eine Ration Abführmittel beschafft - man kann ja nie wissen...

Rechtzeitig vor Beginn der Boarding Zeit finden wir uns am Gate ... ein und nutzen die Zeit, um die eintreffenden Mitreisenden zu begutachten. Vielen sieht man den Zweck des Aufenthaltes in Namibia am Schuhwerk an: die derben Wanderschuhe sind eher ungeeignet für Businesreisende und Opernbesucher und deuten eher auf Wanderfreunde und Safariisten hin...

Beim Einchecken gab es dann einige Verzögerungen, so daß der Flieger erst mit einer Verspätung von 15 Minuten abheben konnte. Wir hatten zwar die freundliche Dame am LTU Schalter gebeten, daß sie uns einen Fensterplatz geben möge, doch offensichtlich gab es da ein Verständigungsproblem, denn wir erhielten letztlich Plätze in der ungeliebten Flugzeugmitte. Bei einem Nachtflug ist das allerdings nicht ganz so tragisch, und außerdem sind es ja nur zehn Stunden...

Unsere Befürchtungen bezüglich des Essens erwiesen sich dann glücklicherweise als unbegründet: wir bekamen doch einen Imbiss gereicht. Lediglich die alkoholischen Getränke mußten bezahlt werden. Durch unseren Flug mit Singapore Airlines nach Vietnam waren wir in Bezug auf die Unterhaltung an Bord verwöhnt, so daß wir doch leicht irritiert waren, daß man bei LTU für die Kopfhöhrer bezahlen sollte. Darum verzichteten wir auf die Beschallung und studierten unsere mitgeführte Reiselektüre. Der Flug war relativ ruhig, die Turbulenzen waren erträglich, so daß wir ein wenig schlafen konnten. Schlafen kann man das zwar nicht nennen, doch die Müdigkeit am nächsten Tag hielt sich dann in Grenzen.

Zwei Stunden vor Ankunft wurde dann das Frühstück gereicht und der Flugkapitän gab die neuesten Wetterinformationen zum Besten: Regen und Temperaturen um 16 °C - aber diese Information hatten wir bereits vor Fahrtbeginn bei Wetteronline.de erhalten...

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